die sterreichische Film Commission

Die österreichische Filmindustrie


Österreichische Filmerfolge

Ganz Österreich konnte im Februar 2008 über den für den österreichischen Film zweifellos größten Erfolg der letzten Jahre jubeln. Der Spielfilm DIE FÄLSCHER von Regisseur Stefan Ruzowitzky wurde in Los Angeles mit dem Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet.

DIE FÄLSCHER erzählt von der größten Geldfälscheraktion aller Zeiten, bei der die Nazis während des 2. Weltkrieges rund 130 Millionen britische Pfund von KZ-Häftlingen nachdrucken ließen. Hin- und Hergerissen zwischen der Chance zu überleben und der damit einhergehenden Kooperation mit dem Feind, werden die Sträflinge vor eine schwierige Gewissenfrage gestellt. Der Oscar-Gewinn verhalf dem Film zu einem kommerziellen Erfolg auch in den USA, wo er in den Top 25 der BoxOffice landete.

Nach ANTARES (2004) wurde mit dem vielseits gelobten Thriller REVANCHE ein weiterer Film von Götz Spielmann als österreichischer Beitrag für den Oscar 2009 als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Er wurde bereits auf die Shortlist der neun Filme gesetzt, die Ende Jänner zur Endauswahl gehen. Revanche wurde 2008 zu 35 internationalen Filmfestivals eingeladen und erlangte bislang 10 Auszeichnungen.

 

Als das Aushängeschild des österreichischen Films gilt nach wie vor Regisseur Michael Haneke. 2001 für DIE KLAVIERSPIELERIN mit der „Goldenen Palme“ in Cannes ausgezeichnet, gewann Haneke beim weltweit bedeutendsten Filmfestival 2005 auch den Preis für die Beste Regie für den Thriller CACHÉ, in dem die französischen Stars Daniel Auteuil und Juliette Binoche in den Hauptrollen zu sehen waren. CACHÉ wurde im gleichen Jahr auch als Bester Europäischer Film ausgezeichnet.  

Ähnlich spektakuläre Erfolge fei­erte der mit ganz anderen stilistischen Mitteln arbeitende Regisseur Ulrich Seidl. Mit IMPORT EXPORT kam Seidl 2007 in den Offiziellen Wettbewerb in Cannes und wurde zu rund 80 weiteren Festivals eingeladen. Vier Jahre davor erhielt der Regisseur für seinen ersten Spielfilm HUNDSTAGE beim 58. Filmfestival in Venedig den „Großen Preis der Jury“. 

 

Ihren Anfang nahm die jüngste Erfolgsgeschichte des österreichischen Films 1999, als mit dem Film NORDRAND der Regisseurin Barbara Albert die erste Festival-Einladung nach Venedig seit über 50 Jahren erfolgte. Auch Albert’s letzter Film FALLEN (2006) nahm wieder im Wettbewerb von Venedig teil.

 

Eine der großen österreichischen Zukunftshoffnungen ist sicher der iranisch-stämmige Wiener Regisseur Arash T. Riahi. Arash gewann bereits mit seiner sehr persönlichen Kino-Dokumentation EXILE FAMILY MOVIE über seine eigene emigrierte Familie etliche Preise (Preis für den besten österreichischen Dokumentarfilm 2006, Max Ophüls Preis 2007) und konnte nun auch mit seinem ersten Spielfilm überzeugen. EIN AUGENBLICK FREIHEIT, ein politischer Film über Flüchtlingsschicksale auf ihrem Weg nach Europa, wurde 2008 unter anderem in Montreal und in Zürich mit dem Preis für den besten Erstlingsspielfilm bedacht. Inzwischen folgten 11 weitere internationale Auszeichnungen.



Let's Make Money von Erwin Wagenhofer © Allegro Film

Internationale Anerkennung und eine große Zahl an Auszeichnungen erhalten österreichische Filmproduktionen auch im zweiten großen Filmgenre, dem Dokumentarfilm. Mit der konsequenten Entwicklung einer eigenen filmischen Handschrift trugen die heimischen Dokumentarfilmer einen großen Teil dazu bei, die Qualitätsmarke ‚Austrian Film’ entstehen zu lassen. Im Jahr 2006, jenem Jahr, in dem die Zahl der Teilnahmen österreichischer Produktionen regelrecht in die Höhe schnellte, nämlich um 47 Prozent auf 421 (im Vergleich 2005: 287), kamen die beiden Dokumentarfilme WORKINGMAN’S DEATH (Regie: Michael Glawogger) und UNSER TÄGLICH BROT (Regie: Nikolaus Geyrhalter) auf jeweils über 60 Festivaleinladungen. WORKINGMAN’S DEATH, die bildgewaltige Hommage an die weltweit letzten Stätten körperlicher Arbeit, gewann unter anderen den „Golden Gate Award Doc Feature“ beim Internationalen Filmfestival in San Francisco. UNSER TÄGLICH BROT, die ausschließlich mit Totalen-Bildeinstellungen gestaltete Dokumentation über die Praxis industrieller Lebensmittelproduktion wurde unter anderem für den Europäischen Filmpreis nominiert.

 

Das internationale Renommee betreffend zählte auch für den Dokumentarfilm eine Oscar-Nominierung zum Höhepunkt der letzten Jahre. Die Enthüllung globaler Zusammenhänge zwischen Afrika und den westlichen Industrieländern brachte 2006 Regisseur Hubert Sauper für DARWIN’S NIGHTMARE eine Nominierung für den besten Dokumentarfilm. Der größte Publikumserfolg der jüngeren Vergangenheit war ebenfalls ein Dokumentarfilm. WE FEED THE WORLD, Erwin Wagenhofer’s Aufdeckung der absurden Ausmaße moderner Lebensmittelproduktion wurde zum erfolgreichsten österreichischen Dokumentarfilm seit Beginn der statistischen Erfassung und lockte im deutschsprachigen Raum rund 600.000 Zuseher in die Kinos. Auch Erwin Wagenhofers neuer Film hat beste Chancen ein echter Publikumsmagnet zu werden. In LETS MAKE MONEY folgte er den undurchsichtigen Wegen des Kapitals im globalen Finanzsystem. Mit dem Thema traf er abermals haarscharf den Nerv der Zeit, denn nach dreijähriger Recherche fiel der Kinostart Ende Oktober 2008 genau mit der weltweiten Finanzkrise zusammen. Die Publikumszahlen des Startwochenendes erreichten in Österreich sogar dreimal höhere Werte als jene des bislang größten Publikumsschlagers „We feed the World“.

 

Anja Salomonowitz´ KURZ ZUVOR IST ES PASSIERT, der mit ungewöhnlichen Erzählmitteln arbeitende Dokumentarfilm zum Thema Frauenhandel, wurde 2007/2008 auf über 50 Festivals eingeladen und erhielt unter anderen Preisen eine Special Mention beim Festival „Cinéma du Réel“ in Paris.

 

In Österreich gibt es eine lange Tradition für Kurz- und Experimentalfilme, von denen einige zu den Klassikern der Genres gehören. Hervorgehoben sei Peter Tscherkassky, der über lange Jahre Kurzfilme bei den größten Festivals wie in Cannes platzieren konnte. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der österreichische Kurzfilm abermals durch eine Oscar-Nominierung, und zwar für Virgil Widrichs Kurzfilm COPYSHOP in der Kategorie „Best Short Film – Live Action“.

 

Im Fernsehbereich besitzen die Dokumentationen der TV-Serie UNIVERSUM hohes internationales Ansehen. Die seit 1987 bestehende Sendereihe des Österreichischen Rundfunks (ORF) widmet sich auf höchstem Niveau populären Themen der Naturwissenschaften. Für die Sendung arbeitet der ORF in breiter internationaler Kooperationsgemeinschaft mit der renommierten Natural History Unit der englischen BBC, der amerikanischen National Geographic Society sowie mit dem großen französischen Vertrieb "Docstar". Das GENIE DER NATUR (3 x 50 Minuten) gewann 2008 einen Emmy Award für "Best Camera" - eine Auszeichnung, die bist dato kaum ein europäischer Film erhalten hat. Die Miniserie hat sich in über 20 Länder verkauft, von den USA über Russland bis Malaysia.

 

Österreich beheimatet auch eine äußerst krea­tive Werbeszene, die in den letzten Jahren mehrere internationale Auszeichnungen erringen konnte. So werden etwa bei den Cannes Lions - dem bedeutendsten Werbefestival der Welt – regelmäßig auch österreichische Werber ausgezeichnet. 2007 schafften es drei Werbespots auf die Shortlist in der Königsdisziplin Film, 2008 gelang zwei Werbespots der Weg bis ins Finale, der Werbeagentur Ogilvy & Mather mit einem Werbefilm für das Rote Kreuz sowie der Agentur Publicis mit einem Spot für das Telekommunikationsunternehmen T-Mobile.



Veronica Ferres und John Malkovich in KLIMT © EPO Film

Internationale Koproduktionen


Österreich beteiligt sich in hohem Maße an internationalen Koproduktionen. Was die erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit betrifft, so sind an dieser Stelle die internationalen Erfolge des Regie-Aushängeschilds Michael Haneke zu nennen, dessen Filme durch eine langjährige Zusammenarbeit der österreichischen Filmproduktionsfirma Wegafilm mit französischen Koproduktions-Partnern zustande gekommen sind. Auch der im Februar 2008 mit dem Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ prämierte Streifen DIE FÄLSCHER von Regisseur Stefan Ruzowitzky, kam durch eine internationale Koproduktion zwischen Aichholzer Filmproduktion aus Wien und der deutschen Magnolia Filmproduktion zustande. Der Spielfilm GRBAVICA, 2006 Gewinner des begehrten „Goldenen Bären“ bei der Berlinale, entsprang einer Koproduktion der Wiener Produktionsfirma Coop99 mit Partnern aus Deutschland, Bosnien und Kroatien. KLIMT, die Hommage an den berühmten österreichischen Maler Gustav Klimt wurde in österreichisch-deutsch-britisch-französischer Zusammenarbeit gedreht. Eine starke länderübergreifende Kooperation besteht auch bei Fernsehfilmen und -dokumentationen, bei denen es vor allem zur Zusammenarbeit mit den deutschen Fernsehsendern ZDF, ARD oder auch mit ARTE kommt.




Drehbuch Wettbewerb Abenteuer Österreich


"Callum McDougall, Executive Producer von JAMES BOND - QUANTUM OF SOLACE, war begeistert, als er die Seebühne Bregenz zum ersten Mal sah: "This is so Bond!" "

Callum McDougall